Wälder sind ein gigantischer Kohlenstoffspeicher. Sie bedecken 30 Prozent der Landoberfläche und speichern dabei sogar ca. die Hälfte des auf der Erde gebundenen Kohlenstoffs. Zusammen mit den Kohlenstoffmengen, die in den Waldböden gespeichert sind, übersteigt dies sogar die Menge an Kohlenstoff in der Atmosphäre. Tropische Regenwälder sind dabei von besonderer Bedeutung. Werden Wälder gerodet, so wird der Großteil des Kohlenstoffes als Kohlendioxid (CO2) freigesetzt.
Zudem steuern Wälder über Verdunstung und Wasserkreisläufe das Wetter. Zusammenhängende Waldflächen funktionieren wie riesige Klimaanlagen. Die Bäume setzen die auf ihren Kronen einstrahlende Sonnenenergie in Wasserdampf um, der einen kühlenden Effekt auf die Atmosphäre hat.
Nutzung der Ressource Holz
Wird Holz in Häusern, Brücken oder Möbeln verbaut, wird das „eingebaute“ CO2 für Jahre oder Jahrzehnte und im Idealfall sogar für Jahrhunderte aus dem Kreislauf entfernt. Insgesamt wirken Bäume und Wälder daher bremsend auf die Klimaerwärmung und das Bauen mit Holz kann klimaschützend wirken.
Von Natur aus wäre das Eggegebirge fast flächendeckend mit Buchenwald bewachsen. Wenn der Mensch sich nicht mehr einmischen würde, entstünden im Laufe der Zeit verschiedene Buchenwaldtypen. Nicht überall im Naturpark stehen aber heute tatsächlich Buchen. Wegen der hohen Ertragsleistung und der geringen Ansprüche sind an vielen Orten seit Ende des 18. Jahrhunderts Fichten gepflanzt worden. Sie bevorzugen feuchte und kühle Standorte und sind wenig Trocken- und Hitzetolerant. Bereits unter den jetzigen Klimabedingungen leidet die Fichte unter Hitze- und Trockenstress. Sie verliert ihre Nadeln, wächst weniger, wird weniger standfest und anfälliger gegen Schädlinge. Im Bereich der Dalheimer Wälder hat sich die Situation in den vergangenen Jahren verschärft. Die Klimamodelle gehen davon aus, dass in Zukunft Niederschläge verstärkt im Winter fallen. Das bedeutet noch mehr Stress für die Fichte.
Die Forstwirtschaft reagiert
Hier auf der Waldumbaufläche können Sie junge Buchen unter dem Schirm älterer Fichten sehen. Das ist kein natürlicher Prozess gewesen, die Förster haben nachgeholfen. Sie müssen langfristig denken. Die Verjüngung von heute entwickelt sich zu den Wäldern von morgen, von denen wir uns die nächsten Jahrzehnte Stabilität und Ertrag erhoffen. Das Zurückdrängen der Fichte, die Stärkung der Buchen und die Erhöhung der strukturellen Vielfalt soll unsere Wälder klimafest für die Zukunft machen.
Klima steuert Landwirtschaft
Kaum ein anderer Wirtschaftszweig ist so stark von Temperatur- und Niederschlagsverhältnissen abhängig wie die Landwirtschaft. Landwirte können zwar mit modernen Methoden auch unter ungünstigen klimatischen Bedingungen wirtschaften, aber ohne entsprechendes Wetter können sie ihre erhofften Erträge nicht erzielen.
Landwirtschaft steuert Klima
Die Landwirtschaft ist nicht nur abhängig vom Klima, sie beeinflusst es auch. Besonders in der Tierhaltung, aber in der Pflanzenerzeugung werden je nach Anbaumethode viele klimarelevante Gase ausgestoßen. Maschinen, Düngemittelherstellung, Klimatisierung von Ställen und andere Produktionsprozesse benötigen Energie und setzen Kohlendioxid frei. Methan ist ebenso ein hochwirksames Klimagas. Vier Fünftel des landwirtschaftlichen Methanausstoßes stammen aus den Mägen von Wiederkäuern. Dementgegen leistet die Landwirtschaft auch wichtige Beiträge zum Klimaschutz.
Raps, Mais und Co. – Nachwachsender Rohstoffe
Der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen ersetzt fossile Energieträger für die Strom-und Wärmeerzeugung und fossile Kraftstoffe. In großen Mengen wird Raps für Biodiesel und Mais für Biogasanlagen angebaut. Im Jahr 2008 wurden deutschlandweit 17 % der Ackerflächen für den Anbau von Energie-und Rohstoffpflanzen genutzt. Auch hier gibt es Kritik. Die intensive Nutzung belastet Böden und Grundwasser, die Fruchtfolgen sind weniger vielfältig. Die zunehmende Konkurrenz von Energiepflanzen- und Lebensmittelanbau erregt Besorgnis, denn die Getreidepreise steigen weltweit.
Entlang des Eggekamms gibt es überwiegend Grünlandwirtschaft und Milchviehhaltung. Diese Nutzung ist an das lokale Klima angepasst. Oft wird aber auch Ackerbau zur Futtermittelproduktion betrieben.
Unser Klima wirkt großräumig. Es bildet ganze Landschaften und formt die Vegetation. Unser kühlgemäßigtes Klima gehört, genauso wie das polare Klima der Arktis und Antarktis und das tropische Klima, zu den Makroklimaten.
Von einem Makroklima spricht man, wenn ein Klima über eine Entfernung von mehr als 500 km gleich oder zumindest sehr ähnlich ist.
Das Mesoklima wirkt kleinräumiger. Sie sind gerade aus dem Wald gekommen und auf die freie Fläche herausgetreten. Ganz unabhängig vom aktuellen Wetter haben Sie gespürt, dass sich wichtige Klimafaktoren verändert haben. Scheint die Sonne, ist die Einstrahlung hier auf der Freifläche deutlich stärker und der Wind ist ebenfalls stärker. Bei warmen Wetter ist es hier heißer als im Waldesinneren, bei kaltem Wetter kälter.
Das Mikroklima beschreibt noch kleinräumigere Phänomene. Hier sind Sonne und Schatten und der direkte Einfluss von Wind und Niederschlag entscheidend. Das Mikroklima entsteht zwischen einzelnen Bäumen, Felsen oder den Häusern einer Stadt.
Sie stehen jetzt am Rande des Amerunger Feldes. Hier bewirtschafteten die Bewohner des ehemaligen Dorfes Amerungen ihre Felder. 1669 wurde die Amerunger Kapelle gebaut und erinnert an den Ort Amerungen, der hier einmal auf etwa fünf Höfen Menschen beheimatet hat. Erstmalig urkundlich erwähnt wurde der Ort bereits 1179. Auch in den Jahrhunderten die folgten tritt der Name Amerungen immer wieder als Freistuhl verschiedener Adelsgeschlechter mit eigener Gerichtsbarkeit auf.
Gegen Ende des 13. Jahrhunderts ist Amerungen, wie viele andere ORte in der hiesigen Umgebung Wüst gefallen – also verlassen worden. Wann und warum die Ortschaft genau verschwunden ist, lässt sich nicht genau feststellen. Um 1430 gab es noch eine Steinkirche, die aber im Laufe der Jahrhunderte verfallen ist. Sie stand wahrscheinlich an der Stelle der heutigen Kapelle, denn man hat in der Vergangenheit des Öfteren menschliche Gebeine in der Nähe der Kapelle gefunden.
Klima ist Dynamik – Klima zwingt zur Anpassung
Wüstungen erinnern uns an die Dynamik der menschlichen Besiedelung und Landnutzung. Nicht immer und überall sind Siedlungen kontinuierlich gewachsen. Nicht überall wird Land, das einstmals urbar gemacht und guten Ertrag gebracht hat, noch immer bewirtschaftet. Neben gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen hat bei diesen Veränderungen immer das Klima eine gewichtige Rolle gespielt, denn auch dieses war über die Jahrtausende der Menschheitsgeschichte einer großen Dynamik unterworfen.
Historische Landnutzung
Die ersten Menschen haben hier schon 4000 Jahre v. Chr. gesiedelt. Im Vorland von Egge und Teutoburger Wald nutzten die Menschen die vergleichsweise milden Klimaverhältnisse der damaligen Zeit. Sie rodeten kleinere Waldflächen und betrieben Ackerbau und Viehzucht. Ab der Römerzeit, das heißt dem 1. Jahrhundert n. Chr., wurde in Deutschland viel Kulturland durch Rodung gewonnen. Diese große Rodungsperiode fällt in die mittelalterliche Warmzeit zwischen dem 9. und 14. Jahrhundert. Damals wurde auch der Ort Amerungen gegründet. Ab dem 15. Jahrhundert gab es die sogenannte Kleinen Eiszeit, sie dauerte bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts an. Das Klima war schlechter und in Ostwestfalen herrschten kriegerische Auseinandersetzungen und die Pest. Viele Siedlungen wurden zerstört oder aufgegeben. Es entstanden Wüstungen, die sich wieder bewaldeten.
Hier am Rand des Amerunger Feldes begleitet Sie ein artenreicher Waldrand. Je nach Jahreszeit und Witterungsbedingungen sind die Pflanzen unterschiedlich entwickelt. Zu erkennen ist das an Blattaustrieb, Blüte, Reife der Früchte oder an Verfärbung und Fall der Blätter. Schauen Sie sich die Pflanzen doch einmal genauer an.
Der Einfluss von Wetter, Witterung und Klima auf Wachstum und Entwicklung von Pflanzen und Tieren ist die Lehre der Phänologie. Im Gegensatz zu unserem Kalender der aus vier Jahreszeiten besteht, gibt es im phänologischen Kalender 10 Jahreszeiten. Diese beginnen und enden jedes Jahr zu anderen Zeiten, je nachdem wann typische Zeigerpflanzen eine bestimmte Entwicklungs- und Wachstumsphasen haben. Im phänologischen Kalender gibt es Vorfrühling, Erstfrühling, Vollfrühling, Frühsommer, Hochsommer, Spätsommer, Frühherbst, Vollherbst, Spätherbst und Winter. Die Phänologie ist eine Verknüpfung der Biologie und Klimatologie. In Europa werden seit 1882 phänologische Erhebungen einheitlich erfasst. In Deutschland erfasst der Deutsche Wetterdienst (DWD) seit 1951 phänologische Daten aus über 1.300 Messstationen.
Die aktuelle Lage 2023 im Paderborner Land
Die Niederschläge im Winter und Frühjahr waren mit 439 mm ergiebig. Das langjährige Jahresmittel liegt bei 950 mm. Die Monate Mai und Juni waren allerdings heiß und trocken, sodass erste Dürreschäden zu erkennen waren.
Die Erhebungen sind wichtig, um den Klimawandel und seine Folgen zu beschreiben. Für die vergangenen 40 Jahre lassen sich für Sauerland und Weserbergland Verschiebungen der phänologischen Phasen nachweisen. Schneeglöckchen und Holunder beginnen eine Woche früher zu blühen, Holunderbeere und Winterweizen sind zwei Wochen früher reif. Der Sommer ist um eine Woche kürzer als noch vor wenigen Jahrzehnten.
Jeder von uns kennt die drei Begriffe Wetter, Witterung und Klima. Was bedeuten sie?
Das Wetter ist das kurzzeitige Zusammenwirken von Temperatur, Niederschlag, Bewölkung, Wind und Luftdruck an einem Ort. Es kann sich über Stunden ändern. Die Wetterlage ist der Zustand der Atmosphäre in einem größeren Gebiet und zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Wetterlage kann sich von Tag zu Tag mehr oder weniger stark verändern.
DDie Witterung ist das Wetter an einem Ort über einen Zeitraum von mehreren Tagen oder Wochen betrachtet. Witterungen sind zum Beispiel der Altweibersommer oder die Tauwetterperiode um Weihnachten. Der heiße Sommer im Jahr 2003 hinterließ in unseren Wäldern eindeutige Spuren, ein Ergebnis der Witterung. Der Orkan Kyrill im Januar 2007 war ein Extremwetterereignis.
Das Klima ist der für eine Region typische jährliche Ablauf der Witterung. Wichtige Klimakennwerte sind die statistische Jahresmitteltemperatur oder Extremwerte. Die Kennzeichnung eines Klimas sollte auf möglichst langjährigen Wetterbeobachtungen beruhen. Typisch für das Klima, also das jahrelange Zusammenspiel von Temperatur, Niederschlag und Feuchtigkeit, sind die Buchenwälder in Teutoburger Wald und Eggegebirge.
Das Klima in NRW unterliegt dem maritimen Einfluss und ist geprägt durch kühle Sommer und milde Winter. Der globale Klimawandel führt auch in NRW zu Veränderungen. Landesweit ist die Jahresmitteltemperatur seit Beginn der Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes im Jahr 1881 um 1,6 °C und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge um 62 mm angestiegen. Die Jahre 2018 bis 2020 waren durch außergewöhnliche Dürre und überdurchschnittlich warme Temperaturen geprägt. Bis 2018 hat die Menge der Jahresniederschläge seit Messungsbeginn 1881 im Mittel zugenommen. Dies gilt nicht für die Niederschlagsmengen innerhalb des für das Waldwachstum wichtigen Zeitraumes von April bis August. Dies bedeutet, dass den Bäumen in der Wachstumsperiode das nötige Wasser fehlt und es zu Stresssituationen kommt.
Immer mehr oder weniger Regen?
Durch die Dürrejahre 2018 bis 2020 mit geringen Niederschlägen im Vergleich zum Referenzraum (1961 – 1990) lag im Mittel in NRW für das Jahr 2020 ein Niederschlagsdefizit von 134 mm vor und insgesamt aus den letzten drei Jahren sogar ein Defizit von 450 mm. Die klimatische Wasserbilanz, die neben den Niederschlagsmengen auch die Verdunstungsraten berücksichtigt, weist sogar ein noch höheres Defizit von 664 mm für die Jahre 2018 bis 2020 aus. Dies wirkt sich auf den Wasserhaushalt in tieferen Bodenschichten und die Grundwasserneubildung aus. Erst der kühle Mai 2021 mit ausgiebigen Niederschlägen beendete die drei Jahre anhaltende Dürre.
Vor rund 550 Jahren wurde mit der Gründung des Augustiner Klosters in Dalheim der Grundstein für eine der bedeutendsten Klosteranlagen Westfalens gelegt. In den drei Jahrzehnten nach der Klostergründung wurde eine vollständig neue Klosteranlage gebaut. Um 1500 lebten im Kloster Dalheim 24 Mönche und 100 Laienbrüder. Bis zur Säkularisation und der Aufhebung des Klosters 1803 galt Dalheim als das geistliche, aber auch wirtschaftliche Zentrum des südlichen Paderborner Landes.
Wenn Sie sich heute im Museum ein Bild vom klösterlichen Leben machen, sollten Sie wissen, dass das Klima zur Zeit der Augustiner Chorherren anders war als heute. Die Entwicklungsphase des Klosters deckt sich mit der Phase der so genannten Kleinen Eiszeit. Damals war es im Jahresmittel rund 1 °C kälter als heute. Die Winter waren in der Regel sehr kalt und dauerten lange an, die Sommer waren nasskalt. Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen waren enorm: es gab Missernten, Viehsterben, Hungersnöte und Epidemien. Auch während dieser Zeit reichten die umfangreichen Ländereien des Klosters aus, um den eigenen Bedarf an Nahrungsmitteln zu decken. Weil der damalige Ort Dalheim eng mit dem Kloster verbunden war, profitierte auch er von den wirtschaftlichen Möglichkeiten. Wahrscheinlich deshalb gibt es keine Hinweise auf Hungersnöte in Dalheim während der kleinen Eiszeit. Im Fürstentum Lippe allerdings, nahmen die Beleidigung- und Körperverletzungklagen in dieser Zeit deutlich zu. Es wird vermutet, dass diese erschwerten Lebensbedingungen und die Auseinandersetzungen auch Hintergrund für die Hexenverfolgung waren.