Erlebnispunkt 4: Witterungs- und Klimazeiger

Hier am Rand des Amerunger Feldes begleitet Sie ein artenreicher Waldrand. Je nach Jahreszeit und Witterungsbedingungen sind die Pflanzen unterschiedlich entwickelt. Zu erkennen ist das an Blattaustrieb, Blüte, Reife der Früchte oder an Verfärbung und Fall der Blätter. Schauen Sie sich die Pflanzen doch einmal genauer an.

Der Einfluss von Wetter, Witterung und Klima auf Wachstum und Entwicklung von Pflanzen und Tieren ist die Lehre der Phänologie. Im Gegensatz zu unserem Kalender der aus vier Jahreszeiten besteht, gibt es im phänologischen Kalender 10 Jahreszeiten. Diese beginnen und enden jedes Jahr zu anderen Zeiten, je nachdem wann typische Zeigerpflanzen eine bestimmte Entwicklungs- und Wachstumsphasen haben. Im phänologischen Kalender gibt es Vorfrühling, Erstfrühling, Vollfrühling, Frühsommer, Hochsommer, Spätsommer, Frühherbst, Vollherbst, Spätherbst und Winter. Die Phänologie ist eine Verknüpfung der Biologie und Klimatologie. In Europa werden seit 1882 phänologische Erhebungen einheitlich erfasst. In Deutschland erfasst der Deutsche Wetterdienst (DWD) seit 1951 phänologische Daten aus über 1.300 Messstationen.

Die aktuelle Lage 2023 im Paderborner Land
Die Niederschläge im Winter und Frühjahr waren mit 439 mm ergiebig. Das langjährige Jahresmittel liegt bei 950 mm. Die Monate Mai und Juni waren allerdings heiß und trocken, sodass erste Dürreschäden zu erkennen waren.

Die Erhebungen sind wichtig, um den Klimawandel und seine Folgen zu beschreiben. Für die vergangenen 40 Jahre lassen sich für Sauerland und Weserbergland Verschiebungen der phänologischen Phasen nachweisen. Schneeglöckchen und Holunder beginnen eine Woche früher zu blühen, Holunderbeere und Winterweizen sind zwei Wochen früher reif. Der Sommer ist um eine Woche kürzer als noch vor wenigen Jahrzehnten.

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