Erlebnispunkt 5: Kaltluft – zäh wie Honig

Hier haben Sie einen schönen Blick in das Tal der Altenau. Zwischen 50 und 70 Meter hat sich der Fluss in die Hügel des südlichen Eggegebirges eingetieft. In mehreren Seitentälchen fließen kleine Bäche von den umliegenden, höher gelegenen Flächen hinunter.

Diese Tälchen transportieren nicht nur Wasser, sondern auch Kaltluft zur Talsohle. Kalte Luft ist schwerer als warme und kann schon bei geringen Geländeneigungen von 1 – 2 Grad Celsius talwärts fließen. Voraussetzung ist natürlich, dass nicht zu viel Wind herrscht. Kalte Luft fließt langsamer als Wasser. Stellen Sie sich flüssigen Honig auf einem Löffel vor, dann haben Sie ein gutes Bild von den Fließeigenschaften von Kaltluft. Sie bildet sich über den Wiesen und Feldern, oberhalb des Altenautals. Genauso schnell wie sich am Tag die Bodenoberfläche durch die Sonne erwärmt, strahlt sie die gespeicherte Wärme in klaren Nächten schnell wieder ab. Dabei kühlt sich die Luft in Bodennähe besonders stark ab und sammelt sich im Talgrund. Weil sie hier schlecht abfließen kann, staut sie sich zu einem regelrechten Kaltluftsee auf. 

Wiesen und Felder – Quellen der Kaltluft
Die Kaltluft bildet sich über den Wiesen und Feldern, oberhalb des Altenautals. So wie sich am Tag die Bodenoberfläche durch die eingestrahlte Sonnenenergie schnell erwärmt, so strahlt der Boden die tagsüber gespeicherte Wärme in wolkenfreien und windstillen so genannten ,,Strahlungsnächten“ schnell und nahezu ungehindert in die Atmosphäre zurück.

Nebel, Reif und Tau
Solche Kaltluftseen sind vor allem im Frühjahr und Herbst gut zu sehen. Aufsteigende Nebel, reifbedecktes Laub und Tau auf den Wiesen sind Zeichen der nächtlichen Kälte und Feuchtigkeit.

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